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Herzlich Willkommen,
im Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist die älteste politische Stiftung Deutschlands. Sie ist den Grundwerten der sozialen Demokratie verpflichtet und engagiert sich weltweit zugunsten einer Politik der Freiheit, der Solidarität und der sozialen Gerechtigkeit.

In Budapest ist die Friedrich-Ebert-Stiftung seit 1990 vertreten. Ziel unserer Arbeit in Ungarn ist es, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und die Entwicklung einer aktiven Zivilgesellschaft zu fördern und zu einer sozial gerechten Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels beizutragen. Wir setzen uns für die europäische Idee ein und unterstützen die regionale und globale Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.

Aktuelles 2017

Soziale Union in Europa

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Die neue europäische Säule sozialer Rechte, welche im Wesentlichen Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, faire Arbeitsbedingungen sowie sozialen Schutz und soziale Inklusion beinhaltet, soll neue wirksame Rechte für die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union gewährleisten. Vor diesem Hintergrund fand in Kooperation mit dem Millennium Institut am 30. November 2017 in Budapest eine dreiteilige öffentliche Konferenz mit nationalen sowie internationalen Expertinnen und Experten aus Belgien, Finnland, Frankreich, Niederlanden und Ungarn statt. Diskutiert wurden insbesondere die soziale Dimension und die Zukunft eines sozialen Europas mit Fokus auf Ungarn. Der dritte Konferenzteil beinhaltete eine Podiumsdiskussion mit ungarischen Politikerinnen und Politikern, die sich mit möglichen Optionen einer sozialeren Union auseinandersetzten. Im Mittelpunkt stand dabei erneut die Region Zentral- und Osteuropa und deren besonderen Herausforderungen.


Soziale Rechte als neue europäische Säule

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"Wenn wir der sozialen Fragmentierung und dem Sozialdumping in Europa ein Ende setzen wollen, sollten die Mitgliedstaaten sich so schnell wie möglich, und spätestens beim Göteborg-Gipfel im November, auf die europäische Säule sozialer Rechte einigen."

Rede von Präsident Juncker zur Lage der Union am 13. September 2017

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Europäische Union vor immer größeren Herausforderungen hinsichtlich demografischer Veränderungen und einer immer schneller fortschreitenden Digitalisierung sowie Globalisierung steht, trafen sich im November in Göteborg die europäischen Staats- und Regierungschefs, um über die soziale Lage der Union und über die wachsende Ungleichheit innerhalb sowie unterhalb einzelner Mitgliedstaaten zu beraten. Den Göteborg-Gipfel nahmen der ungarische Gewerkschaftsbund SZEF und die Friedrich-Ebert-Stiftung zum Anlass, um renommierte nationale sowie internationale Spezialist_innen und Politiker_innen einzuladen und über die Gewährleistung neuer wirksamer Rechte für die Bürger_innen der Europäischen Union zu diskutieren. Die auf dem Göteborg-Gipfel neu geschaffene soziale Säule basiert auf insgesamt 20 Grundsätzen. Besonders relevante Dimensionen waren dabei Chancengleichheit und Arbeitsmarktzugang, faire Arbeitsbedingungen sowie Sozialschutz und soziale Inklusion.


Herausforderungen und Versuchungen - Auswirkung der Digitalisierung auf die Beschäftigung und auf die arbeitsrechtlichen Regelungen

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Unter dem Titel "Herausforderungen und Versuchungen - Auswirkung der Digitalisierung auf die Beschäftigung und auf die arbeitsrechtlichen Regelungen" fand eine Konferenz mit der juristischen Fakultät der ELTE Universität am 21. November 2017 in Budapest statt. Heutzutage wird viel über Digitalisierung aus unterschiedlichen Aspekten diskutiert und diese Konferenz bot für die Akteure der Arbeitswelt gemeinsam mit Arbeitsjurist_innen eine Plattform an, um sich über den möglichen Schutz der Arbeitnehmer_innen auf dem sich schnell verändernden Arbeitsmarkt auszutauschen. Wie der Dekan Attila Menyhárd bereits in seiner Begrüßung ankündigte, blieben dennoch am Ende viele Fragen offen. Béla Galgóczi, Senior Researcher des Europäischen Gewerkschaftsinstituts in Brüssel, schilderte die unterschiedlichen neuen Arbeitsformen, bei denen einerseits die Arbeitnehmer_innen oftmals schutzlos sind und anderseits die Regulierung fehlt. Sonnen und Schattenseiten in der digitalisierten Arbeitswelt wurden von mehreren Arbeitsjurist_innen der ELTE analysiert. Neben den vielen Vorteilen gibt es auch Gefahren, vor allem sollte der gesetzliche Schutz gegen die Ausbeutung von Beschäftigten z.B. in der Plattformökonomie dringend gestärkt werden, ansonsten sind sogar gesetzliche Mindestlohnregelungen in Gefahr. Auch sollten zukünftig Gesundheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen auch auf das Benutzungslimit von technischer Ausrüstung - wie Laptop und Handy erweitert werden.


Digitalisierung im Transportsektor - Ängste und Befürchtungen

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Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung sowie die zunehmende Robotertechnik auf den Arbeitsmarkt, im Speziellen auf den Transportsektor? Welche Ängste und Befürchtungen birgt diese Veränderung? Zu welchen Herausforderungen und Trends führt dieser Prozess im Liefer- und Verkehrssektor? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Konferenz "Digitalisierung im Transportsektor - Ängste und Befürchtungen", die am Montag, den 06. November in Budapest, stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit dem Ungarischen Gewerkschaftsbund (MaSzSz).

Bereits in den einleitenden Worten durch László Kordás, Vorsitzender des Ungarischen Gewerkschaftsbund (MaSzSz) wurde deutlich, dass die Digitalisierung uns schneller einholen werde als man darauf vorbereitet sei. Dementsprechend müsse man Umstellungsmaßnahmen und Weiterbildungen vornehmen, um die ungarische Bevölkerung auf eine zunehmende Technologisierung vorzubereiten. Daran knüpfte Júlia Varga (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ungarische Akademie der Wissenschaften, MTA KTI) an. Aus ihrer Perspektive sind die Antworten des Bildungssystems auf die Digitalisierung nur kurzfristige Lösungen, die mittelfristig Probleme erzeugen werden. Das Schulsystem müsse besser auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereiten. Dabei spielen die Gewerkschaften eine ebenso prägnante Rolle - an diesem Tag vertreten durch Sándor Székely (Vorsitzender Europäische Gewerkschaft der Lastwagenfahrer). Sabine Trier (ETF/Europäische Transportföderation, Brüssel) präsentierte, wie die Digitalisierung bereits heute in sämtlichen Bereichen der Logistik eingedrungen ist und machte auf die damit einhergehenden Chancen und Bedrohungen aufmerksam. Vor allem Plattformunternehmen wie Uber oder BlaBlaCar stellen besondere Herausforderungen dar.

Daran knüpft Péter Dér (Handelsdirektor, Volvo Hungaria Kft.) mit den Herausforderungen und Trends im Liefer- und Verkehrssektor an. Dieser Sektor sollte durch die Digitalisierung verbessert werden, vor allem in den Punkten Sicherheit, Effizienz und Treibstoffverbrauch. Zugleich warnt man vor der vollständigen Marginalisierung der Fahrer_in.

Die Referent_innen waren sich einig, dass der Fokus auf die Bildung gesetzt werden sollte. Nur Fortbildungen und frühzeitige Umschulungen können sicherstellen, dass Arbeitnehmer_innen nicht aus den Berufen verdrängt werden, sondern ihnen ein geeignetes Zukunftsbild angeboten wird. Am Ende bleibt jedoch die Frage offen, wie schnell eine umfassende Digitalisierung von statten gehen wird?


Lohnverhältnisse bei multinationalen Unternehmen

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Im Rahmen einer Veranstaltung des Eurobetriebsräteklubs wurde Béla Galgóczi, Senior Researcher des Europäischen Gewerkschaftsinstituts in Brüssel, vom Beratungsdienst für Interessenschutz (ÉTOSZ) und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) am 24. Oktober 2017 nach Budapest eingeladen, um mit ungarischen Vertreter_innen von Betriebs- und Eurobetriebsräten über die Lohnverhältnisse in Mittelosteuropa zu diskutieren.

Das Thema interessiert die ungarischen Arbeitnehmer_innen sehr, da seit der Wendezeit die Vorstellung kursierte, dass innerhalb kürzester Zeit ein österreichisches Lebens- und Lohnniveau erreicht werden könnte. Die Enttäuschung ist jedoch groß, dass diese Vorstellungen weiterhin nicht der Realität entsprechen. Galgóczi ging in seinem Vortrag daher auf die Nachteile einer Wirtschaft aus, die sich als "Montagewerk" Europas versteht und sich als Niedriglohnland empfiehlt. György Lajtai, Direktor von ÉTOSZ erläuterte den Begriff des "würdigen Lohns" und gemeinsam mit Béla Galgóczi argumentierte er, dass bei Lohnverhandlungen in Betrieben nicht die Inflationsrate als Maßstab für Lohnerhöhungen dienen sollte, sondern wieviel ein_e Arbeitnehmer_in braucht, um ein anständiges Leben führen zu können.


Frauen in der digitalisierten Arbeitswelt

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Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Berufsfelder in denen viele Frauen aktiv sind? Welche zukünftigen Chancen eröffnen sich für die Arbeitnehmerinnen dank ihrer Fähigkeiten? Um diese Frage drehte sich die Konferenz "Frauen in der digitalisierten Arbeitswelt", die am Mittwoch, den 11. Oktober in Budapest, stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit dem Frauenausschuss des Ungarischen Gewerkschaftsbundes MaSzSz.

Nach der Eröffnung durch Dr. József Sáling, Vorsitzender der Handelsgewerkschaft KASZ, leitete Mária Hercegh, die Vorsitzende der Frauensektion, das Thema mit Gedanken zum Wert der Arbeit ein. Weiter stellte Fruzsina Nábelek vom Institut für Wirtschafts- und Unternehmen (MKIK) die Studie "Auswirkungen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt" vor. Sabine Gillessen, Vorstandsmitglied von D64 - Zentrum für Digitalen Fortschritt Berlin, begründete, warum Frauen von der Digitalisierung anders betroffen seien als Männer und keineswegs nur Ängste herrschen dürften. Die Bedeutung des lebenslangen Lernens, konkret der ständigen Weiterbildung, betonte Zoltán Szabó, Vorsitzender der Informatiksektion des Landesverband der Unternehmer (VOSZ). Kata Tüttõ, Vorstandsmitglied der Ungarischen Sozialistische Partei (MSZP), referierte über die künstliche Intelligenz und ihre weitreichenden Folgen für die unterschiedlichsten Berufsfelder. Im Anschluss berichteten Vertreter verschiedener Wirtschaftszweige, inwiefern die Digitalisierung in den dortigen Unternehmen bereits angekommen sei. Die Konferenz schloss mit dem Fazit, dass auf die Unumkehrbarkeit dieser vierten industriellen Revolution nach dem Motto von Charles de Gaulle - "Was wir nicht ändern können, müssen wir führen" - reagiert werden müsse.