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Veranstaltungen 2017

2. Jahreshälfte 2017

Die Zukunft der Arbeit

Roboter, künstliche Intelligenz, Verlust von Arbeitsplätzen: Welche Gefahren, aber auch welche Chancen ergeben sich aus der derzeitigen technologischen Entwicklung für die Arbeitswelt der Zukunft? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich am Wochenende vom 22.-24.09.2017 die Teilnehmer_innen einer Konferenz im Europäischen Jugendzentrum in Budapest. Veranstaltet wurde die Tagung rund um das Thema "Arbeit der Zukunft" von der Friedrich-Ebert-Stiftung und den LIGA-Gewerkschaften. Die Referent_innen beleuchteten Aspekte wie die Auswirkungen der Digitalisierung, den Stellenwert von Bildung auf dem Arbeitsmarkt und die Zukunftsforschung. Das Augenmerk der Diskussion lag auf den Chancen der Industrie 4.0. Besonders deutlich offenbarte sich dabei die Notwendigkeit einer ideologie- und länderübergreifenden Zusammenarbeit von Arbeitnehmer_innen und Regierungen, um die Zukunft einer globalen Welt vor dem Hintergrund dieser Potenziale zu gestalten.


Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen der Kontraktlogistikbranche in Gyõr

Am Dienstag, den 12. September, wurde in der Industrie- und Handelskammer in Gyõr die Studie "Made in Gyõr: Die Welt der Arbeit in der Stadt der Automobilindustrie" vorgestellt. Im Fokus standen dabei die Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen in der Gyõrer Kontraktlogistikbranche. Organisiert wurde die Veranstaltung vom ungarischen Industriegewerkschaftsverband Vasas in Kooperation mit der Transnationalen Partnerschaftsinitiative Györ Nonprofit Kft. (TPI) und dem Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest.

Eröffnet wurde die Präsentation von Lívia Spieglné Balogh (stellvertretende Vorsitzende des Gewerkschaftsverbandes Vasas) und Jan Niklas Engels (Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest). Ein kurzer Einführungsvortrag des Redakteurs der Studie, Tibor T. Meszmann, mit dem Titel "Qualität der Arbeitsplätze und Arbeitsbeziehungen in der Gyõrer Kontraktlogistikbranche - aus Sicht der Arbeitnehmer/ innen" gab einen Überblick über die Beweggründe, Entstehung, Struktur und Botschaft dieser Publikation. Auf dem Podium diskutierten daraufhin Ákos Molnár (Regionalleiter Vasas Gewerkschaftsverband), Johann Horn (Geschäftsführer IG Metall Ingolstadt), János Kránicz (Vorsitzender der Betriebsgewerkschaft Vasas Audi Hungária Zrt) und Zoltán Pogátsa (Soziologe, Westungarische Universität Sopron). Schlussendlich war man sich darüber einig, dass die vorgestellte Studie Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten der Kontraktlogistikbranche offenlegt und damit einen Beitrag zu einer arbeitnehmerfreundlichen Entwicklung in diesem Bereich leisten soll. Im Anschluss öffnete sich die Diskussion dem interessierten Publikum. Die Veranstaltung endete mit dem Dank an alle Beteiligten, dem Aufruf zu transnationaler Toleranz und Solidarität sowie dem Appell "An die Arbeit!".


1. Jahreshälfte 2017

Gemeinsame europäische Grundwerte?

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Am 27. Juni fand in der Berliner Zentrale der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland ein deutsch-ungarischer Dialog über die gemeinsamen europäischen Grundwerte statt. Auf dem Podium saßen der ungarische Botschafter in Berlin, Péter Györkös, der Staatsminister für Europa, Michael Roth, sowie die Co-Direktorin der Helsinki Kommission in Budapest Márta Pardavi und der Pro-Rektor der Central European University (CEU) Zsolt Enyedi.

Michael Roth betonte, dass die deutschen Sorgen und Kritiken nichts mit dem Wahlkampf zu tun hätten, sondern dass er für die gesamt Bundesregierung spricht und es hier um eine gesamteuropäische Angelegenheit geht. Márta Pardavi redete über die europäischen Werte, die durch die neuen Gesetze, wie dem NGO-Gesetz, verletzt werden. Zsolt Enyedi zeigte sich verhalten optimistisch, dass eine Lösung für den Fortbestand seiner Universität in Budapest gefunden wird und würde sich eine Einbeziehung der CEU bei den laufenden Verhandlungen wünschen. Botschafter Péter Györkös wies darauf hin, dass die ungarisch-deutsche Diskussionen keine bilaterale Auseinandersetzung sei, sondern dass ihre Lösungen eine gesamteuropäische Bedeutung haben werden.

Eine Zusammenfassung der Veranstaltung wurde in ungarischer Sprache vom Privatsender "Hír TV" ausgestrahlt. Link


Warum ist eine Lohnerhöhung in Mittel- und Osteuropa notwendig?

Dieser Frage ist Béla Galgóczi, Forscher des Europäischen Gewerkschaftsinstituts (ETUI) in Brüssel, in einem Arbeitspapier nachgegangen. Eine ungarische Version dieser Analyse konnte durch die Unterstützung des Budapester Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung am 19. Juni 2017 im Kossuth Klub in Budapest vorgestellt und mit Experten und Führungskräften der ungarischen Gewerkschaftsbünde diskutiert werden.

Obwohl in der MOE-Region die Produktivität in den letzten Jahren sukzessiv stieg, blieben die Löhne weit unter dem westeuropäischen Niveau, so Galgóczi in seinem Arbeitspapier. Anhand der verarbeitenden Industrie zeigte Galgóczi auf, welcher Mehrwert in unterschiedlichen Ländern mit 100 Euro Arbeitskraftkosten erwirtschaftet wird. In Ungarn sind dies 212 Euro, in Deutschland dagegen nur 132 Euro. Diese Berechnungen zeigen, dass es in den OME-Ländern, vor allem in Ungarn, "Produktivitätsreserven" gibt, die auch eine Lohnerhöhung ermöglichen könnten.

Der Direktor von Policy Agenda, Ambrus Kiss hob hervor, dass in Ungarn 51% der Familien mit einem Kind unter dem Existenzminimum leben und die Situation der berufstätigen alleinerziehenden Frauen noch schlechter aussieht. Zoltán Pogátsa, Ökonom der West-ungarischen Universität war mit Galgóczi einig, dass die bewusste Niedrighaltung der Löhne nicht länger zu akzeptieren sei und forderte die Gewerkschaften zur besseren Interessendurchsetzung und Mobilisierung auf.

Um bessere Chancen für eine gerechte Lohnentwicklung erreichen zu können, waren alle fünf Gewerkschaftsvorsitzenden einig, dass sie mehr gemeinsam agieren müssen und ein Bedarf an gemeinsamen Analysen zur nationalen Lohnproblematik besteht. Da zwei Drittel der Arbeitnehmer_innen im KMU-Sektor beschäftigt sind, wäre in erster Linie dort eine übergreifende Beschäftigungs- und Lohnanalyse notwendig.


Gewerkschaftsfrauen planen neuen Anlauf: Kampagne gegen Gender Pay Gap

Seit August 2016 führt der Frauenausschuss des Ungarischen Gewerkschaftsbundes (MASZSZ) eine Kampagne durch, die für mehr Transparenz bei Vergütungssystemen wirbt, um so für gleiche Löhne für gleiche Arbeit zu sorgen. Obwohl dieses Ziel auch einer Empfehlung der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2014 entspricht, konnten die Gewerkschaftsfrauen bisher keine Erfolge erzielen. Der sogenannte Gender Pay Gap besteht in Ungarn weiter und ist nicht einmal Bestandteil der öffentlichen Debatten. Daher organisierte die Frauensektion des Ungarischen Gewerkschaftsbundes MASZSZ in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 11.-13. Juni 2017 in Budapest ein Bildungsseminar für Vertrauensleute mit dem Ziel durch, die bisherigen Kampagnen zum Thema auszuwerten, neue Aufgaben zu formulieren und neue Ziele zu setzten.

Zum Schluss des Seminars tauschten Frauenvertreterinnen unterschiedlicher Parteien - Zita Gurmai (MSZP), Erzsébet Gy. Németh (DK), Beáta Hegyesi (PM), Anna Orosz (Momentum) und Andrea Jancsó (LMP) - in einem Panelgespräch ihre Ansichten und politischen Programme zu Lohntransparenz aus. Jede dieser Parteien hält es für wichtig, gegen Gender Pay Gap zu kämpfen und sich allgemein für bessere Bedingungen für Frauen in der Arbeitswelt einzusetzen.


Demokratische Antworten auf die populistische Herausforderung

"Überall, wo Menschen nicht zufrieden sind, konnten populistische Parteien einen starken Zuwachs verzeichnen", so der führende Populismus-Experte Cas Mudde bei seinem Vortrag am 8. Juni in Budapest. Wie die Reaktionen auf diese populistische Herausforderungen aussehen könnten und sollten, war das Thema der Veranstaltung, die das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest zusammen mit Political Capital, Policy Solutions und dem Center for European Neighborhood Studies (CENS) der Central European University (CEU) -CENS durchführte. Über 100 Personen folgten dem Vortrag von Cas Mudde über die Hintergründe des Erstarkens populistischer Parteien, wie auch mögliche Reaktionen darauf. Demokratische Parteien sollten nicht bloß Populismus bekämpfen oder gar selber zu populistischen Mitteln greifen, sondern aktiv für die Werte und den Nutzen der liberalen Demokratie werben, so Mudde. In der anschließenden Podiumsdiskussion debattierten Kristina Arató (ELTE) und András Bozóki (CEU) zusammen mit Mudde über die Ursachen von Populismus, seine Bedeutung für Mittelosteuropa und erfolgreiche sowie gescheiterte Gegenstrategien.


Wie weit öffnet sich die Einkommensschere zwischen Arbeitnehmer_innen und Rentner_innen?

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Lajos Rakóczki, Leiter des Rentnerausschusses der Liga Gewerkschaften, beantwortet diese Frage ganz kurz: "So weit, wie es zugelassen wird." Auf der gemeinsamen Konferenz der Liga Gewerkschaften und der Friedrich-Ebert-Stiftung am 25. Mai 2017 hielt Rakóczki das Einführungsreferat. Er berichtete, dass die Steigerung der Reallöhne bei über 5% liegt, doch die Rentenerhöhung liegt nur knapp über der Inflation (0,9%). Die Schere öffnet sich daher immer weiter. Der Rentnerausschuss schlug der Regierung letztes Jahr noch vor der Verabschiedung des Jahreshaushalts vor, die schweizerische Indexierung bei den Rentenerhöhungen wieder einzuführen, was bedauerlicherweise abgelehnt wurde.

Dr. Erzsébet Kovács, Lehrstuhlleiterin für Versicherungsbildung und -forschung der Corvinus Universität in Budapest, stellte das ungarische Rentensystem vor und sprach ausführlich über die Herausforderungen des Systems, u.a. über die demographische Entwicklung und mögliche Finanzierung des Rentensystems. Sie betonte, dass die Rente ein gemeinsames Interesse jeder Generation sei und schilderte die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Rentensysteme.

Im Panelgespräch tauschten Vertreter_innen unterschiedlicher Rentnerverbände ihre Positionen aus. Alle bezeichneten es als nicht akzeptabel, dass die Mindestrente in Ungarn 28.000 Ft beträgt. Bei der Diskussion stand im Mittelpunkt, dass die Renten nicht unter dem Existenzminimum liegen dürften, welches nach der letzten Berechnung von 2016 für Renter_innen 79.757 Ft beträgt. Die Berechnung wurde in der Hinsicht kritisiert, dass die medizinische Pflege bei der Berechnung nicht genügend berücksichtigt wurde. Es wurde beschlossen, dass zwischen den verschiedenen Rentnerverbänden in der Zukunft öfter Abstimmungsgespräche stattfinden und eine gemeinsame Mobilisierung vorbereitet wird.


Pressekonferenz Existenzminimum 2016

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Auf einer Pressekonferenz am 15. Mai 2017 stellten bereits zum zweiten Mal in Folge László Kordás, Vorsitzender (Maszsz), Ambrus Kiss, Direktor von Policy Agenda, und Jan Niklas Engels, Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung Budapest einen Jahresbericht zum ungarischen Existenzminimum vor. Dieser wurde für 2016 mit durchschnittlich 88.000 Forint (ca. 284,- Euro) berechnet. Der Anteil der ungarischen Bevölkerung, der unter dem Existenzminimum lebt, ist somit im Vergleich zum Vorjahr gesunken, liegt aber immer noch bei 36%.

Seit 2015 führt das Ungarische Zentralamt für Statistik keine Berechnungen des Existenzminimums in Ungarn mehr durch. Um diese Zahlen weiterhin für die Gewerkschaftsarbeit, zum Beispiel bei Lohnverhandlungen, nutzen zu können, berechnet nun Policy Agenda nach der gleichen Methode das Existenzminimum im Auftrag des ungarischen Gewerkschaftsbundes, unterstützt durch die Friedrich-Ebert-Stiftung.


Der Westbalkan zwischen interner Transformation und europäischer Integration

Während die Länder des Westbalkans offiziell dem Pfad der EU und NATO folgen, bleibt die gesamte Region von politischen Krisen gezeichnet. Fragile Institutionen, Verstöße gegen Menschenrechte, gefährdete Pressefreiheit und eine schwache Zivilgesellschaft hindern den demokratischen Transformationsprozess der Länder des Westbalkans. Unter dem Titel "Western Balkans between Internal Transitions and the European Integration Process" lud die Central European University zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung am 24. April 2017 Forscher_innen und Praktiker_innen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie aus Albanien, Österreich und Ungarn zu einer Konferenz in Budapest ein. Dabei wurden Fortschritte und Problematiken der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Weiterentwicklung des EU-Integrationsprozesses sowie Möglichkeiten der internen demokratischen Transformation diskutiert. Für die meisten Referent_innen scheinen die EU-Beitrittschancen für die Länder der Region in nächster Zeit gering, während sich die Notwendigkeit einer strategischen Weiterentwicklung des Integrationsprozesses immer deutlicher abzeichnet. So birgt der Westbalkan zwar Risiken, aber auch Chancen für die Vertiefung der Integration der Europäischen Union - falls die verantwortlichen Entscheidungsträger_innen angemessene Strategien für den politischen Fortschritt der Region finden.


Internationale Konferenz zu Arbeitsrecht und prekären Arbeitsverhältnissen

Europaweit beobachten die Fachjuristen eine Tendenz zur Schwächung von Arbeitnehmerrechten in Folge der Globalisierung mit ihren wirtschaftlichen Umstrukturierungen. Das "Arbeitsrecht und prekäre Arbeitsverhältnisse auf nationaler und europäischer Ebene" war daher das Thema einer internationalen Konferenz am 7. April 2017 an der Universität Miskolc. Im Rahmen der Konferenz wurde auch das akademische Lebenswerk von Prof. Dr. Tamás Prugberger geehrt. Eine Reihe renommierter europäischer Akademiker, die in der Vergangenheit mit Prof. Dr. Prugberger gearbeitet und geforscht haben, präsentierten ihre Studien zum Thema. Dabei zeigte sich, dass sich die Bedingungen der Arbeitswelt in rasantem Tempo ändern, doch die rechtliche Entwicklung ist oftmals zu langsam. Aus diesem Grunde diente diese internationale Konferenz dazu, nicht nur nationale, sondern auch europäische Veränderungen im Arbeitsrecht anzudenken.

Aus Anlass des 80. Geburtstages von Tamás Prugberger hatte die Fakultät eine Sonderausgabe der juristischen Fachzeitschrift "Jogi szemle" mit Beiträgen von über 60 internationalen Autor_innen vorbereitet, die bei der Veranstaltung den Teilnehmer_innen ausgehändigt wurde.


Analyse und Gegenstrategien: Steigende Ungleichheit und Armut

"Die Ungerechtigkeit der zunehmend ungleichen Verteilungsverhältnisse" war das Thema einer gemeinsamen Veranstaltung der Táncsics-Mihály-Stiftung und der FES-Budapest am 5. April. Im ersten Panel diskutierten führende Experten über Armut und soziale Ausgrenzung, während das Thema des zweiten Panels die soziale Situation der Kinder war.

Die Expert_innen war sich einig, dass die in den letzten sieben Jahren rapid steigende Ungleichheit in den Verteilungsverhältnisse das Ergebnis einer bewussten Regierungspolitik sind. In Ungarn findet eine extreme Umverteilung von unten nach oben statt. Das Zerreißen der elementaren gesellschaftlichen Netzwerke hat die Mehrheit der Kinder am schwersten betroffen. Es ist die Aufgabe der Politik, die verschwundene Mittelschicht neu zu schaffen. Das skandinavische Modell könnte dabei als Vorbild fungieren.


Arbeiterrechte und Existenzminimum in der ungarischen Textilindustrie

Mit einer Pressekonferenz stellten die Vereinigung der bewussten Konsumenten (Tudatos Vásárlók Egyesülete) und die Friedrich-Ebert-Stiftung ihre gemeinsame Studie über die Situation der Arbeiternehmer_innen in der ungarischen Textilindustrie am 3. April 2017 in Budapest vor. Dabei gingen die Vortragenden Dr. Bettina Musiolek (Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V.), Ashim Roy (Asia Floor Wage Alliance) und Emese Gulyás (Vereinigung der bewussten Konsumenten) über die prekäre Situation der hauptsächlich weiblichen Arbeiterinnen in Ungarn hinaus und beschrieben, wie die Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie regional und global oft mit Hungerlöhnen und Armut verbunden sind und wie im Rahmen der Clean Clothes Campaign dagegen vorgegangen werden kann. Anschließend konnten die Teilnehmer_innen der Pressekonferenz sich mit den Vortragenden austauschen und ihre Fragen zum Thema stellen.


Die Wahlen in den Niederlanden: Mögliche Folgen und Konsequenzen

Die Ergebnisse der Wahlen in den Niederlanden am 15.März wurden in der gesamten Europäischen Union mit Spannung erwartet. Zwar war die Erleichterung groß, dass die Rechtspopulisten nicht die stärkste Partei wurden, doch gab es wirklich Grund zum Jubeln? Das niederländische Parteiensystem ist stark fragmentisiert und Fragen zur kulturellen Identität beherrschten den Wahlkampf. Die gemäßigten Kräfte der Mitte sind die großen Verlierer der Wahl. Am 23. März diskutieren wir daher in einer Runde aus Wissenschaft und Politik mit Dr. René Cuperus, Direktor für internationale Beziehungen der Wiardi Beckman Stichting und Kolumnist des Volkskrant, über die Auswirkungen und Konsequenzen der niederländischen Wahlen für Europa sowie mögliche Lehren und Zukunftsoptionen für eine progressive Politik in Europa.


Eurobetriebsräteclub

Das Budapester Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Beratungsdienst für Interessenschutz ÉTOSZ luden am 21. März 2017 zum Eurobetriebsräteklub multinationaler Unternehmen ein. Zu dem Thema "Erfahrungen aus den Verhandlungen für eine Eurobetriebsratsvereinbarung in den letzten Jahren" referierte der deutsche Experte Reinhard Reibsch. Er zeigte dabei die Folgen der überarbeiteten Richtlinie für die Europäischen Betriebsräte seit deren Verabschiedung im Jahr 2009 auf und präsentierte - teils persönliche - Erfahrungen aus den Verhandlungen für eine allgemeingültige Eurobetriebsratsvereinbarung. Reibsch betonte dabei vor allem die Schwierigkeiten der Gewerkschaften, eigene Interessen zu vertreten. Außerdem machte er sichtbar, dass die Umsetzung verschiedener Richtlinien und Gesetzesentwürfe in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich sei und dies eine Schwäche für den europäischen Einigungsprozess bedeutet. Eine harmonisierte Wirtschaftspolitik auf gesamteuropäischer Ebene würde den Einfluss und die Funktionsfähigkeit der Eurobetriebsräte stärken sowie Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnen eine bessere Position zusprechen.


Beschäftigung und Lohnentwicklung im staatlichen Sektor

Die Konferenz "Beschäftigung und Gehaltserhöhungen im staatlichen Sektor" bot einen umfassenden und informativen Einblick in die Entwicklungen auf dem ungarischen Arbeitsmarkt im öffentlichen Sektor und in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Vertreter_innen aus Gewerkschaften, Verbänden und Politik, wie der parlamentarische Staatssekretär Dr. János Fónagy, der stv. Staatsekretär des Wirtschaftsministeriums Dr. Attila Simon, referierten am 9. März 2017 auf der gemeinsamen Veranstaltung der LIGA Gewerkschaften und der Friedrich-Ebert-Stiftung Budapest. Dabei wurde über die Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Sektor und in staatlichen Unternehmen sowie Auswirkungen der Lohnentwicklung diskutiert.

In einer anschließenden Paneldiskussion konnten Strategien der aktuellen Lohnpolitik der ungarischen Regierung aus der Praxis beleuchtet werden. Vertreter_innen verschiedener Branchengewerkschaften sowie Arbeitgeber von staatlichen Unternehmen, wie der Wasserversorgung, der Polizei, der Pädagogen oder der ungarischen Eisenbahn, führten einen sozialen Dialog unter aktivem Einbezug der Teilnehmer_innen über die Arbeitsverhältnisse und Lohnsituation der einzelnen Sektoren und tauschten ihre Vorschläge über mögliche Veränderungen aus.


Frauentag unter dem Motto "Frauenarmut in der Arbeitswelt"

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2017 veranstalteten die Friedrich-Ebert-Stiftung Budapest in Zusammenarbeit mit dem Ungarischen Gewerkschaftsverbund MASZSZ am Vortag eine Konferenz zum Thema "Frauenarmut in der Arbeitswelt". Die Leiterin der Frauensektion des MASZSZ, Mária Hercegh, betonte in ihrem Vortrag die bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in der ungarischen Wirtschaft und der Arbeitswelt. Im Anschluss gab die ehemalige Ministerin für Chancengleichheit, Katalin Lévai, einen Einblick in die Verhältnisse der Politik und Verteilung von Frauen und Männern in Ministerien und Karrierelaufbahnen. Judith Langowski, freie Journalistin aus Berlin, präsentierte die Ergebnisse ihrer Studie "Gleichstellungspolitische Forderungen von Gewerkschaftsfrauen in Ungarn". In der anschließenden Paneldiskussion stellten sich die Referentinnen den Fragen des Publikums sowie kritischen Anmerkungen von Mária Hercegh. Außerdem wurde über die Bedeutung, Auswirkungen und Zukunft, vor allem hinsichtlich der bevorstehen Parlamentswahlen 2018, des Frauentages diskutiert.


Faire Mobilität ungarischer Arbeitnehmer_innen in Deutschland Präsentation der Broschüre: "Wissen ist Schutz"

Am 7. Februar 2017 präsentierten Vertreter_innen des Projektes "Faire Mobilität" des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Szabolcs Sepsi und Bernadett Petõ in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Budapest die Broschüre "Wissen ist Schutz". In ungarischer Sprache informiert die Broschüre über Themen wie Sozial- und Arbeitsrecht in Deutschland und stellt so einen Beitrag zu fairer Mobilität für Arbeitnehmer_innen in Europa dar. Die Referent_innen präsentierten vielseitige Beratungsangebote zu arbeitsrechtlichen Vorgaben, Gesundheitsversicherung im Ausland sowie zu Kündigungsrecht und Arbeitsbedingungen. Anschließende Fragen des Publikums drehten sich vor allem um die Erreichbarkeit sowie die Nachhaltigkeit der Beratungsstelle. Der Vorsitzende des Ungarischen Gewerkschaftsbundes (MaSzSz) László Kordás appellierte vor allem an den Ausbau von grenzüberschreitenden Netzwerken in der gesamten EU. Zum Download der Broschüre geht es hier.


Wir suchen Verstärkung: Mitarbeiter/in für Sekretariats- und Veranstaltungsmanagement in Vollzeit oder Teilzeit (30 Wochenstunden)

Die Friedrich-Ebert-Stiftung startet Anfang 2017 ein neues, europaweites Projekt "Flucht, Migration und Integration in Europa" mit Sitz in Budapest, Ungarn. Zur Unterstützung des Projektes suchen wir eine_n Mitarbeiter_in für Sekretariats- und Veranstaltungsmanagement in Vollzeit oder Teilzeit. Bewerbungsfrist ist der 13. Januar 2017. Mehr Information in der Stellenausschreibung.

Weitere Informationen:
Profession.hu


Hungarian politics in 2016

Die erste Veranstaltung der FES-Budapest fand am 20. Januar in Kooperation mit Policy Solutions. Bereits zum dritten Mal wurde ein politischer Jahresrück- und Ausblick "Hungarian politics in 2016" vorgestellt. András Bíró-Nagy, Forschungsdirektor von Policy Solutions, stellte die Hauptaussagen vor. Danach fand eine Paneldiskussion über die politischen Trends des Jahres 2017 mit Mária Sándor, Gründerin der Bewegung der schwarzen Krankenschwestern, András Bozóki, Professor für Politikwissenschaften an der CEU und Péter Petõ, ehemaliger Journalist der eingestellten Tageszeitung Népszabadság, statt. Ist der FIDESZ jetzt in einer besseren Startposition für einen Wahlsieg im Jahre 2018 als er vor den letzten fulminanten Wahlsiegen war?n Gelingt es der demokratischen Opposition aus der katastrophalen Situation im Gesundheitswesen ein Wahlkampfthema zu machen? Ist schon die Diskussion über eine mögliche Zusammenarbeit mit Jobbik für die demokratische Opposition schädlich? Über diese und ähnliche Fragen diskutierten die Panelisten und ein interessiertes Publikum moderiert von der Journalistin Krisztina Bombera.


Wir such Verstärkung: Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in in Vollzeit

Die Friedrich-Ebert-Stiftung startet Anfang 2017 ein neues, europaweites Projekt "Flucht, Migration und Integration in Europa" mit Sitz in Budapest, Ungarn. Zur Durchführung des Projektes suchen wir eine_n wissenschaftliche_n Mitarbeiter_in, der/die eigenverantwortlich europaweite Studien zum Thema in Auftrag gibt und betreut sowie Veranstaltungen konzipiert, durchführt und nachbereitet. Bewerbungsfrist ist der 12. Januar 2017. Mehr Information in der Stellenausschreibung.

Weitere Informationen:
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